If you come across any material
relating to the 2002 tour, please send it to me for
publication. Naturally, you will be given full
acknowledgment. I will be needing photos from each gig, set
lists, reviews, ticket stubs, MP3's and anything else you
can think of! Please send all material to
col@pinkfloydz.com
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We understand this
show is Sold
Out
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Mäkeln zwecklos
Das Konzert von Roger Waters in der
Schleyerhalle
Viele sind"s nicht, die sich auf die Fahne
schreiben können, das Gesicht der Rockmusik
epochal verändert zu haben. Der Bassist Roger
Waters, neben David Gilmour das zweite Mastermind
der britischen Band Pink Floyd, gehört gewiss
zu ihnen. Erratisch stand seine Band mehr als ein
Vierteljahrhundert lang in der Landschaft als
Markstein des Progressive Rock. Legion sind die
Lieder, die auf den ersten Alben der Band Ende der
sechziger Jahre mit psychedelischer Orgiastik, in
den beginnenden siebziger Jahren mit hymnischem
Bombast und zum Ende der siebziger mit der
titanischen Wucht des später als "Rockoper"
apostrophierten Albums "The Wall" Musikgeschichte
prägten. Mehr noch: Die Musik und die Texte
Pink Floyds haben auch die Geisteshaltung nicht nur
einer Generation mitgeprägt.
Was diese Band für die Musikgeschichte
leistete, war ein kleines Wunder, übertroffen
nur von dem noch mirakulöseren Umstand, dass
es diese Exzentriker (vom frühen Abgang Syd
Barretts einmal abgesehen) so lange zusammen
ausgehalten haben. Erst 1983, als Pink Floyd das
Album "The final Cut" vorlegte (es war de facto
schon ein Soloalbum von Roger Waters), trennten
sich die Wege der beiden Floyd-Lenker Gilmour und
Waters endgültig. Die zwei noch folgenden,
unter Gilmours Regie eingespielten Floyd-Alben "A
momentary Lapse of Reason" und "The Division Bell"
waren nichts mehr als klischeetriefender
Altherrenrock. Und das war"s dann mit dem Kapitel
Pink Floyd im großen Sagenbuch der
Musikgeschichte.
Aber weil sie nicht gestorben sind (allenfalls
Syd Barrett im künstlerischen Sinne, der, von
den ganzen Exzessen grenzdebil geworden, inzwischen
wieder bei seiner Mutti wohnt), leben sie noch
heute. Roger Waters wollte sich allerdings
eigentlich längst ins Private
zurückziehen. Aber dann ließ er sich -
heißt es - doch dazu überreden, wieder
auf Tour zu gehen. Im Juli 1999 stand er nach
zwölf Jahren Abstinenz erstmals wieder auf der
Bühne, und weil die ganze Sache so erfolgreich
war, machte er weiter.
Am Montagabend nun führte ihn seine
jüngste Europatournee in die Stuttgarter
Schleyerhalle. Eine feine Bühnenshow hat er
mitgebracht. Hochhauspanoramen scheinen es Roger
Waters aus unerfindlichen Gründen dabei
besonders angetan zu haben. Immer wieder werden sie
auf die Leinwand hinter der Bühne projiziert -
mal mit dem aus dem Film "The Wall" berühmt
gewordenen Schwein, mal als verloren wirkende
Turmsilhouetten, an das Gotham City aus den
Batman-Comics erinnernd, mal werden die
Wolkenkratzer von einer blutigen Soße
umflossen. Daneben gibt es Videoeinspielungen aus
"The Wall" zu sehen und Filmschnipsel aus den
frühen, wirklich frühen Tagen Pink
Floyds, seltsame, Niki de Saint-Phalles "Nanas"
nachgebildete Männerfiguren, die über die
Leinwand schweben, und allerlei Skurriles mehr.
Dazu kommt ein klarer Surroundsound, mit dem die
Halle beschallt wird und in den immer wieder
Soundschnipsel eingespielt werden, sowie eine
ausgeklügelte Lichtregie. Das Ganze ergibt ein
sauberes audiovisuelles Zusammenspiel. Eine feine
Illusionsmaschinerie setzten Roger Waters und seine
Band im Laufe dieses über dreistündigen
Konzerts in Gang.
Zum Auftakt thront Waters auf einem Podest, das
vor der Leinwand aufgebaut ist. Der auch
körperlich große Mann hat seinen Bass
umgeschnallt (zwischenzeitlich wird er auch noch
Gitarre spielen), während seine über fast
alle musikalischen Zweifel erhabene Band (allen
voran Andy Wallace am Keyboard und die Gitarristen)
"In the Flesh" intoniert, das Titelstück von
"The Wall". Es folgen "Another Brick in the Wall
Pt. II" und Mother" aus dem gleichen Album. Danach
spielen sie "Southampton Dock" von der Platte "The
final Cut", ein beifallumrauschtes "Set the
Controls for the Heart of the Sun" aus "Saucerful
of Secrets". Schließlich folgen "Shine on you
crazy Diamond", "Welcome to the Machine" und "Wish
you were here".
Nach der Pause - rund einhundert Minuten sind
hier schon vorbei - spielt Waters "Time" und
"Money" (Letzteres endlich auch einmal in einer
etwas freieren Interpretation). Und somit wäre
kreuz und quer durch fast alle Alben das ganze
Panoptikum der Pink-Floyd-Megaerfolge abgearbeitet.
Nichts aus dem Repertoire der Band lässt
Waters aus. Und er kann ja auch aus einem riesigen
Fundus schöpfen. Allein, man fragt sich, wann
Waters endlich einmal anfangen möchte,
Stücke aus seiner Komponistenzeit nach Pink
Floyd zu spielen. Viertel nach zehn zeigt die Uhr
schließlich, als Roger Waters erstmals eins
seiner eigenen Werke spielt. Aber ein paar sind es
nur, "Bravery of being out of Range" etwa oder
"It"s a Miracle". Denn zum Abschluss des Konzerts,
da spielt er dann doch wieder Pink Floyds
"Comfortably Numb", bei dem seine Gitarristen sich
auf dem Podest noch einmal mit Soloauftritten
austoben dürfen und der Mann an den
Lichtreglern nochmals alle Register zieht.
So könnte man also mäkeln: über
die Liedfolge in der Schleyerhalle, die fast
identisch ist mit der auf Waters" zwei Jahre altem
Livealbum "In the Flesh"; über das Podest im
Hintergrund, das nur beim ersten und letzten Song
zum Einsatz kam und ansonsten die restlichen drei
Stunden lang den Blick auf die Leinwand verdeckte;
oder über die drei Sängerinnen. Schon bei
"Mother" fiel auf, dass sie die Klassiker nicht
zwangsläufig aufwerten, sondern ein Stück
weit hin in Richtung Schmusepop nivellieren. Und
Schmusepop, das ist eine Art von Musik, die Pink
Floyd bestimmt nie beabsichtigt hatte. Man
könnte Roger Waters schließlich
vorwerfen, dass er das Repertoire seiner alten Band
zum Zwecke der eigenen Gewinnmaximierung (autsch,
denkt man sich angesichts der Eintrittspreise von
77 Euro) nun ausschlachtet.
Aber lassen wir"s und halten wir"s mit den
achttausend Menschen, die es am Montagabend aus
guten Gründen vorgezogen haben, an einem
glutheißen Tag in die noch heißere
Schleyerhalle zu kommen: um sich die
legendären Songs einer gigantischen Band
anzuhören. Auch wenn sie nur noch von einem
verbliebenen Rumpf namens Roger Waters dargebracht
werden: musikalische Weltklasse ist das noch
immer.
Von Jan Ulrich Welke
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Above & below newspaper reviews
were sent by Karl
H. Bendix Karl said The
Schleyer-hall was sold out, approx. 7000 fans. The climatic
conditions in Stuttgart were extremely hot, the temperature
in the venue was extreme.
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Das Beste von Pink Floyd: Der Sänger
und Bassist Roger Waters war zu Gast in der
ausverkauften Stuttgarter Schleyerhalle
Ein Heimatloser auf Spurensuche im Reich der
Tiere
Der Mensch ist ein Tier. Die Frage ist nur,
welches: Hund, Schwein oder Schaf? Hunde, aggressiv
und anpassungsfähig, jagen im Rudel, und
Schweine trachten nach tyrannischer Macht -
über die Schafe. So kann die Welt sehen, wer
sie mit den Augen von Roger Waters betrachtet.
VON BERND HAASIS
Vergleiche und Worte sind präzise
gewählt, wenn Waters sich dem irrationalen
Wesen Mensch nähert und dabei Urängste
und Entfremdung aufspürt - immer verbunden mit
der Frage, ob der Wahnsinn dies- oder jenseits der
Schallmauer wohnt, in die er seine Beobachtungen
musikalisch einbettet.
Zum ersten Mal seit dem Split von Pink Floyd ist
Waters auf Tournee durch Deutschland. Und die
Trennung wirkt nach. Wie die Kunstfigur Pink in
"The Wall" (1979) baute auch der reale Waters eine
Mauer - doch er zog sich nicht dahinter
zurück, sondern erklomm sie im Streben nach
musikalischer Alleinherrschaft. 1983, nach dem
Album "The Final Cut", zerbrach die Band.
Verkehrte Tierwelt: Als der zum Schwein mutierte
Hund das Blöken verbieten wollte, stellte er
fest, dass er nicht von Schafen umgeben war.
Während David Gilmour, Rick Wright und Nick
Mason bald wieder bombastische Live-Spektakel
inszenierten, blieb von Waters" gigantischer
Aufführung von "The Wall" am Potsdamer Platz
vor allem die schiere Größe - wegen der
vielen Gäste fehlte die musikalische
Linie.
Doch die Fans haben den 58-Jährigen nicht
vergessen. Die bestuhlte Schleyerhalle ist
ausverkauft, und mit dem ersten Ton von "In The
Flesh" hat Waters, selbst am Bass, sie hinter sich.
Er spielt Pink-Floyd-Klassiker von "The Wall",
"Dark Side Of The Moon" und "Wish You Were Here",
überrascht aber auch mit dem psychedelischen
"Set The Controls For The Heart Of The Sun" und dem
komplexen "Dogs".
Die charakteristischen Gitarrenparts von David
Gilmour teilen sich zwei Mann. Snowy White, bekannt
von seiner Arbeit mit Peter Green und Thin Lizzy,
verleiht den Soli mit perlendem Klang eine eigene
Note. Sein Kollege hingegen hält sich Ton
für Ton ans große Vorbild. Ein passabler
Kopist, der nicht nur bei "Shine On You Crazy
Diamond" an seine Grenzen stößt.
Keyboarder Andy Wallace ahmt Rick Wrights
psychedelische Synthesizer verblüffend
ähnlich nach, der Drummer hingegen hat
sichtlich Mühe, auf so unnachahmliche Weise
hinter dem Beat zu bleiben wie Nick Mason.
Natürlich kann diese Band kaum mehr sein als
eine exzellente Coverband, und so sind es vor allem
die wohlbekannten Stücke und die leibhaftige
Begegnung mit Waters" unverkennbarer Stimme, die
den Funken überspringen lassen.
Nach zwei Stunden schert Waters aus seinem
Rückblick aus und spielt Stücke von
"Amused To Death" (1992), seinem inhaltlich
ausgereiftesten Solo-Album. Ein Affe vorm Fernseher
erscheint auf der Leinwand und Waters singt: "It
all makes perfect sense / expressed in Dollars and
Cents", während er den Nahostkonflikt biblisch
analysiert, das Massaker an den Studenten auf dem
Platz des Himmlischen Friedens reflektiert und dem
Konsumwahn höhnt. Jetzt gewinnt Waters an
eigenem Profil, wird die Band zur Einheit, die frei
aufspielt.
Sichtlich beflügelt kehrt sie zu den
Klassikern zurück, und bei "Brain Damage" gibt
es kein Halten mehr: Die Menschen stehen von den
Sitzen auf und strömen zur Bühne, um
Waters und seine Band zu feiern. Sie werden belohnt
mit einer grandiosen Fassung von "Comfortably
Numb", gekrönt durch ein Gitarren-Duell. Ein
großer Moment - doch Waters wäre nicht
Waters, wenn er es dabei belassen würde. Er
hat noch etwas zu sagen. Im einzigen neuen Titel
des Abends singt er: "I shall be free" und benennt
die Bedingung: "When my ego lets go."
Fast scheint es, als habe er Frieden geschlossen
mit sich und der Welt. Und vielleicht sogar mit
jener Band, die ihn heimatlos machte, als er sie
zum Instrument seines Weltschmerzes zu biegen
versuchte.
Der Mensch ist ein Tier. Die Frage ist nur,
welches. Roger Waters schrieb schon 1977: "Any fool
knows a dog needs a home".
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(Thanks to Jens
Libach libach@email.dk
for above scan)
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